Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendwelche neuen Fakten oder Forderungen zum Thema Fake-News veröffentlicht werden. Mit Sicherheit ein wichtiges Thema. Auch, wenn niemand wirklich abschätzen kann, ob und wie viele solcher Meldungen tatsächlich für die, für viele Europäer unerwarteten, Ergebnisse der Trump-Wahl und des Brexit-Referendums ausschlaggebend waren. Dass nun eine Möglichkeit gesucht wird, Falschmeldungen als solche zu kennzeichnen, ist nicht ganz dumm…

Wer soll’s machen?

Ich frage mich jedoch, wie das geschehen soll. Eine Bewertung von Usern der jeweiligen Netzwerke könnte nämlich durchaus dazu führen, dass unliebsame Meinungen unterdrückt werden. Im schlimmsten Fall sogar durch eine gesellschaftliche Minderheit, die es so schafft tatsächliche Meldungen als „möglich falsch“ zu bewerten – in Zeiten zunehmend aufkeimendem Populismus nicht zu unterschätzen.

Gar nicht so leicht

Die Netzwerke selbst in die Pflicht zu nehmen, verbreitende Meldungen auf deren Wahrheitsgehalt zu prüfen, halte ich für falsch. Ein solch globales Netzwerk wie Facebook oder Twitter, das dem öffentlichen Austausch gilt, sollte keine eigenen Ansichten publizieren – dafür gibt es speziellere Netzwerke und Foren. Zudem wäre solch eine Prüfung von Unternehmer-Seite schlichtweg nicht durchzusetzen. Wer traut sich zu entscheiden, ob eine Meldung jetzt „bedingt falsch“, „größtenteils falsch“ oder „komplett falsch ist“? Eben, niemand. Dafür gibt es zu oft „grau“ und nicht nur „schwarz“ und „weiß“ und Fehleinschätzungen mit „alternativen Fakten“ zu begründen, kommt öffentlichkeitswirksam zum Gück negativ an. #alternatefacts

(K)eine Lösung

Eine Lösung habe ich nicht. Das bringt mich zur grundsätzlichen Frage. Geht es nicht doch ohne Kennzeichnung? Sind wir tatsächlich darauf angewiesen, dass andere uns das Denken abnehmen? Fake-News gab es schon immer, nur der Begriff ist neu. Ich bezweifle nicht, dass jeder bestimmt mal auf eine Falschmeldung „hereingefallen“ ist; und sei es nur durch eine nicht verstandene Satire. Doch lösen sich wegen einer einzigen Meldung unser Weltbild und unsere Moralvorstellungen in Luft auf? Ich glaube nicht. Und wenn doch, dann hilft auch keine Kennzeichnung.


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