Taschentücher, Schlüsseletui, Geldbeutel, Smartphone. So der jahrelange Inhalt meiner Hosentaschen. Doch Anfang diesen Jahres fasste ich den Entschluss, etwas daran zu ändern. Ich war es leid mit dicken, drückenden Hosentaschen herumzulaufen und mich ständig auf meinen Geldbeutel hinten rechts zu setzen. Also überlegte ich, was ich daran ändern könnte und ging meine 4 Begleiter durch.

  • Taschentücher: Für jemanden mit ständig laufender/juckender Nase leider unabdingbar, jedoch nehme ich keine kompletten Packungen mit sondern immer nur ein Drittel- bis halbgefüllte.
  • Schlüsseletui: Ersetzt durch einen Key-Organizer*. Zusätzlich haben einige Schlüssel, die ich nicht täglich brauche, einen anderen Platz bekommen.
  • Geldbeutel: Restlos ersetzt durch einen I-Clip*. In diesem befinden sich nun meine relevanten Plastikkarten und ein paar gefaltete Scheine.
  • Smartphone: Die Tatsache, dass ich ein iPhone 7 anstelle des iPhone 7 Plus gewählt habe, freut mich in Anbetracht des Größenunterschiedes nachhaltig. Außerdem habe ich eine Smartphonehülle mit noch nie gefüllten Fächern am Deckel, die jetzt durch Einführung meines I-Clips* eine Aufgabe bekommen haben. Darin verwalte ich nun sämtliche Bonus-Stempel-Noch-Einen-Dann-Gibts-Was-Gratis-Kärtchen und diverse Visitenkarten.
Ein geiles Gefühl!

Kurz gesagt, ich habe ordentlich ausgemistet und umstrukturiert. Die größte Änderung bringt natürlich die Auflösung meiner Geldbörse mit sich. Ab jetzt wird nämlich nur noch mit Karte bezahlt. Natürlich habe ich auch noch einige Scheine dabei, doch das Problem beim Bezahlen mit Banknoten ist das Rückgeld. Lauter Münzen, die ich den Rest des Tages in meiner Tasche rumtrage, wenn ich sie nicht im Büro zwischenlagern kann. Ich mag bargeldloses Bezahlen. Hygienischer, schneller, ressourcenschonender für die sich im Umlauf befindlichen Scheine und wenn ich mal wegen irgendetwas verdächtigt werden sollte, hoffe ich mir durch mein elektronisches Bezahlen ein Alibi bestätigen zu können (in jedem US-Thriller immer: „Er war der Mörder!“. „Nein, er hat zu diesem Zeitpunkt hier und dort mit der Kreditkarte bezahlt.“. „Ok, er wars nicht.“.).

Die Krux an der Sache

Wir befinden uns in einem Land, das man leider nicht als die Spitze der Digitalisierung bezeichnen kann. Auch, wenn das Internet wohl für immer weniger Leute #Neuland darstellen sollte, sind die meisten Länder um uns herum wesentlich weiter. Das wirkt sich auf das Thema Mobil-Payment, aber auch ganz einfach, auf das Bezahlen per Karte aus. Übertrieben gesagt, ist jede Bezahlweise abseits des Bargeldes „exotisch“ und so kommt es, dass es leider viel zu wenig Akzeptanzstellen für Kartenzahlungen gibt. Ich möchte jetzt gar nicht die Erwartungshaltung äußern, dass ich mein Brot beim Bäcker oder meine F.A.Z. am Kiosk mit der EC-Karte bezahlen kann, aber zumindest bei einem Restaurant oder Schuhgeschäft erwarte ich so etwas. Falls ihr jetzt denkt: „das geht doch überall!“, leider weit gefehlt. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr sich meine potentiellen Restaurants für meine Mittagspause in der Pforzheimer Innenstadt reduziert haben…

Weitere Hürden

Auch die Betragsgrenze Zahlungen unter 10 € oder 15 € Einkaufwert finde ich sehr unangenehm. Diese Grenzen sollten eigentlich offensichtlich kommuniziert werden, das geschieht aber in vielen Fällen nicht. Nicht nur einmal musste ich meine Karte wieder zurückstecken und einen Schein aus der Geldklammer ziehen, der wiederum für Münzen in meiner Hosentasche sorgte.

Eine Erkenntnis

Was mir ebenfalls bewusst wurde: wenn ich nicht mit Karte bezahlen kann, aber dennoch eine alternativlose Leistung unbedingt beziehen möchte, bezahle ich mit meiner Banknote lieber einen glatten Preis als einen gebrochenen. 4,99 € für einen Döner passen einfach nicht ins Bild. Klar, der eine Cent ist dann Trinkgeld, aber lieber würde ich eben direkt 5 € bezahlen wollen. Auch hier selektiere ich also vor und bevorzuge Angebote mit glatten Summen. Obwohl das nicht weiter verwunderlich sein sollte, gibt es ja sogar Studien dazu.

Los gehts!

Was ich mir wünsche ist nicht nur ein breiteres Angebot von Händlerterminals, sondern auch eine steigende Bereitschaft der Konsumenten auf elektronische Bezahlung umzusteigen. Ich bin mir sicher das kommt; bei uns aber eben langsamer als anderswo.
Stillstand heißt Rückschritt, also los jetzt. Bezahlt per Karte! 😉

PS: Auch bei Kartenzahlung ist Trinkgeld möglich.


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2 Gedanken zu “Bargeldlos unterwegs

  1. Interessantes Experiment 🙂
    Ich laufe selber nur sehr selten mit Bargeld rum. Der 5€ Schein ist allerdings manchmal tatsächlich ein Lebensretter. Und im Auto warten ein paar Münzen auf ihren Einsatz für den Parkautomaten. Aber ansonsten bezahle ich viel lieber ohne Kleingeld.

    Meine Sparkasse möchte übrigens demnächst einführen, dass man für jedes Geldabheben ein paar Euro Gebühr lassen muss. Tja, dann tut es mir leid Kaugummi für 1,19€ mit Karte zu bezahlen, aber man wird ja fast schon dazu gezwungen.

    Gefällt 1 Person

    1. Bei mir genau das Gleiche, im Auto liegen Münzen bereit… Ich finde es aber überhaupt nicht schlimm, Kleinstbeträge mit Karte zu bezahlen. Was nervt, ist natürlich dann die umständliche PIN-Eingabe oder die Unterschrift. Durch eine zunehmende Verbreitung des kontaktlosen Bezahlens, geht mit Sicherheit hier die Akzeptanz aber noch weiter hoch. 👍 Kontaktlos ist super schnell und absolut hygienisch.

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